Die passende Kluft – klassische Zunftbekleidung für Handwerksgesellen

Man sieht sie selten, aber es gibt sie noch: Die Handwerksgesellen, in klassischer Zunft gekleidet, die auf Wanderschaft gehen und sich bei verschiedenen Handwerksmeistern verdingen, um zu lernen und ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Einige Handwerksmeister legen bis heute Wert darauf, dass die Gesellen und Lehrlinge auch während der Arbeit Zunftbekleidung tragen und gehen selbst mit gutem Beispiel voran.

Die Zunftbekleidung gehört zur Arbeitsbekleidung und kann in vielen verschiedenen Variationen bestellt werden. Die einzelnen Produkte unterscheiden sich in ihrer Farbe und Muster. Auf diese Weise können Handwerker eine Bekleidung wählen, die sich von der Bekleidung anderer Handwerker unterscheidet.
Es gibt Betriebe, in denen die Zunftbekleidung nicht mehr während der Arbeit, sondern nur noch zu besonderen Anlässen getragen wird. Generell ist die Arbeitsbekleidung jedoch sehr robust gestaltet und eignet sich durchaus für die Ausübung der handwerklichen Tätigkeiten. Die Entscheidung für eine andere Bekleidung wird jedoch dennoch häufig gefällt, weil diese bequemer und einfacher zu reinigen ist. Generell obliegt die Entscheidung, ob und wann eine Kluft getragen wird, dem Ermessen des Inhabers des Handwerksbetriebes.

Zunftbekleidung besteht aus mehreren Teilen

Die Zunftbekleidung unterscheidet sich optisch von der modernen Arbeitsbekleidung dadurch, dass sie aus mehreren Teilen besteht. Die Hose schließt mit dem Bund ab und ist nicht mit einem Latz ausgestattet, wie man es von einer modernen Arbeitshose kennt. Gern werden Hosenträger zu der Arbeitshose getragen. Sie besteht aus robusten Stoffen wie Jeans oder Cord und zeichnet sich durch ihr weites Bein aus. Die Hose ist mit Seitentaschen ausgestattet, in der Bleistift und Zollstock, aber auch andere Utensilien untergebracht werden können. Gedeckte Farben wie Schwarz, Braun oder ein dunkles Blau sind sehr häufig. Es gibt auch weiße Modelle. Einige Hosen sind am äußeren Rand mit einem roten Streifen versehen.
Über dem kragenlosen weißen Hemd wird eine Weste mit acht Knöpfen getragen. Diese sagen aus, dass der Arbeitstag nach acht Stunden zu Ende ist. Die Jacke hat an den Ärmeln traditionell drei Knöpfe. Diese stehen für drei Lehrjahre. Sie wird mit sechs Knöpfen geschlossen, dies ist bezeichnend für die Sechs-Tage-Woche. Zu der Kluft werden schwarze oder dunkle Stiefel getragen. Ein breiter Schlapphut gehört ebenfalls dazu.
Wird die Zunftbekleidung während der Arbeit getragen, kommen auch dunkle oder karierte Hemden zum Einsatz. Die Bekleidung kann mit dicken und wasserabweisenden Jacken ergänzt werden und eignet sich so auch für die kalte Jahreszeit. Stiefel können in ihrem Inneren gefüttert sein und sind ebenfalls wasserfest.

Accessoires zur Zunftbekleidung

Kurze Lederhosen werden im Sommer gern getragen, wenn junge Gesellen auf Wanderschaft gehen. Da es auch immer mehr Damen gibt, die einen handwerklichen Beruf erlernen, werden Damenhosen angeboten, die schmaler geschnitten sind. Ergänzt werden kann die Zunftbekleidung durch spezielle Knöpfe aus Zinn oder durch Schmuck, der oftmals die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Betrieb symbolisiert. Gesellen tragen oft Ohrringe, die auf eine bestimmte Weise gestochen werden.
In Kombination zur Bekleidung werden nicht nur Stiefel, sondern auch flache Arbeitsschuhe angeboten, die hohe Sicherheitsstandards erfüllen und farblich auf die Zunftbekleidung abgestimmt sind.

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